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Doris Schade
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Doris Schade

Doris Schade verlebte die ersten fünf Jahre ihrer Kindheit in Moskau, danach drei Jahre in Nagoja / Japan, wo ihr Vater Flugzeugwerke aufbaute.

Zurückgekehrt nach Deutschland fand die Schulzeit erst in Dessau, später in Leipzig statt. Dort begann sie während der Schulzeit mit dem privaten Schauspielstudium und schloß Abitur und Bühnenreife gleichzeitig ab. Nach dem Kriegsende unter russischer Besatzung wurde sie erst Mitglied am "Literarischen Kabarett", dann debutierte sie am Stadttheater Osnabrück mit der Luise in "Kabale und Liebe".

Es folgten feste Engagements in Bremen, Nürnberg und Frankfurt, ab 1956 gastierte sie in Mannheim, Stuttgart, Darmstadt, Köln, Düsseldorf und am Burgtheater Wien.

Ab 1962 war sie an den Münchner Kammerspielen fest engagiert und spielte als erste Rolle die Desdemona im "Othello" mit Rolf Boysen unter der Regie von Fritz Kortner.
1972 gastierte sie bei den Salzburger Festspielen und ging anschließend für fünf Jahre an das Hamburger Schauspielhaus.

Seit 1977 ist Doris Schade wieder an den Münchner Kammerspielen engagiert, erst bei Dieter Dorn und dann bei Frank Baumbauer.
Ihre wichtigsten Rollen waren die Jokaste im "Ödipus", die "Medea" von Hans Henny Jahnn, die Hekabe in den "Troerinnen", die Marthe Rull im "Zerbrochenen Krug", die Mutter in Thomas Bernhards "Am Ziel" und Marieluise Fleißer in "Die Rückseite der Rechnung".

Doris Schade hat, wenn es das Theater erlaubte, immer wieder gerne vor der Kamera für Kino- und Fernsehfilme gestanden, so für "Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg" und "Jahrestage" von Margarethe von Trotta, "Frauen in New York" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" von Rainer Werner Fassbinder, "Jenseits der Stille" von Caroline Link, "Nichts als die Wahrheit" von Roland Suso Richter, für mehrere Folgen von "Derrick", "Der Alte" oder "Tatort". Sie drehte die Komödie "Altweibersommer" bei  Martina Elbert, den Fernsehfilm "Bobby" unter der Regie von Vivian Naefe und "Das Haus der Schwestern" Regie Rolf von Sydow.
Sie spielte in Margarethe von Trottas Kinofilm "Die Rosenstrasse", einem bayerischen "Tatort -Wenn Frauen Austern essen" Regie Klaus Emmerich und einem "Polizeiruf 110 - Der Prinz von Homburg" unter der Regie von Titus Selge.

Mit Ulrike Kriener in Leipzig und Budapest "Die schönsten Jahre" und eine Episodenhauptrolle bei der "SOKO Leipzig" mit dem Titel "Katzenfutter". Mit Vivian Naefe folgten die erfolgreichen Kinofilme "Die wilden Hühner", "Die wilden Hühner 2" und "Die wilden Hühner auf Klassenfahrt".

Doris Schade ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Sie wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt. 1986 erhielt sie den Gertrud-Eysoldt-Ring als beste deutschsprachige Schauspielerin für die Hekabe in "Troerinnen", 1993 das Bundesverdienstkreuz am Band, 1999 den Bayerischen Maximilians - Orden für Wissenschaft und Kunst. 2002 überreichte ihr der Bayerische Ministerpräsident den bayerischen Theaterpreis für ihr Lebenswerk und der Oberbürgermeister der Stadt München die Medaille in Gold "München leuchtet".

Wenn Zeit bleibt, widmet sich Doris Schade auch sehr gerne Dichterlesungen: u.a. Rilkes "Cornet", Ovids "Metamorphosen", Kleists "Erdbeben in Chile", Jon Fosses "Morgen und Abend", Stefan Zweigs "Die Welt von gestern", Dagmar Nicks "Medea oder Die Nacht aus Blei" von Hans Henny Jahnn.

Doris Schade lebt in München.

Stand Januar 2010

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